Die Satellitennavigation brachte das Ende der klassischen Navigation. Es war eine Befreiung. Keine nautischen Unterlagen mehr, keine Berechnung komplizierter Formeln, kein Zeichnen in Seekarten und auch kein Lernstress mehr. Die Astronavigation bekam die Rolle einer Notfallnavigation.
Schlechthin bedeutet das aber, dass der für eine klassische Navigation nötige Aufwand, immer noch nicht verschwinden kann und jeder Schiffsführer nebenbei auch noch Routine in der Benutzung dieses ganzen Zeugs haben muss. In der Tat hat eine astronomische Notfallnavigation den Vorteil, dass sie unabhängig von Satellitensignalen ist, die ausbleiben oder gestört sein könnten. Darum sind Lehrgänge, in denen dieses klassische Navigationshandwerk gelehrt wird, auch immer gut besucht.
Die neue Generation
Doch warum geht man nicht einfach denselben Weg wie in der Satellitennavigation und lässt sich seinen Schiffsort aus der Position zweier Himmelskörper einfach ausrechnen? Dieser kann dann, wie auf einem Kartenplotter, als Schiffssymbol in einer elektronischen Karte auf dem Display eines Handys oder Tablets angezeigt werden. Weil natürliche Himmelskörper ihre Position nicht mit Funksignalen übertragen, wie Satelliten das tun, muss deren Position mit einem Sextanten von der Erde aus festgestellt werden.

Wie eine Schiffsposition aus zwei Gestirnshöhen und ohne Gissort genau berechnet wird, war schon 1790 bekannt. Man besaß aber keine Rechner und eine Lösung des analytischen Formelapparates mit Logarithmen schien zu langwierig und zu unsicher. Die Schaffung einer grafischen Lösung im Jahre 1875 durch den Fregattenkapitän Marcq Saint Hilaire war deshalb nur zeitentsprechend und begründete die Ära der sogenannten modernen Astronavigation. Aus heutiger Sicht war das trotz allem nur eine aus der Not hervorgegangene Zwischenlösung, denn wir verfügen längst über alle erforderlichen Mittel, mit denen wir auf die ursprünglichen analytischen Lösungen zurückgreifen können.
Das Thema dieser Webseite besteht genau darin, darzulegen, wie diese analytischen Navigationsmethoden funktionieren und wie sie verwendet werden können.
Wie der bekannte Weltumsegler Bobby Schenk über analytische Navigationsmethoden denkt und meine Gegendarstellung dazu,